Hart, aber herzlich – der Großglockner Berglauf

Schon seit geraumer Zeit hat sich der Gedanke in meinem Kopf eingenistet, irgendwann einmal den Großglockner Berglauf zu meistern. Die letzten beiden Jahre war ich immer zu spät dran mit der Anmeldung und ebenso dieses Jahr. Aber wie es das Schicksal wollte, bekam ich dieses Jahr dank Viking Footwear die Möglichkeit, an diesem gigantischen Event teilzunehmen.

sarah

Die Anreise nach Heiligenblut erfolgte bereits Freitagabend, Vali kutschierte mich von Graz durch das wunderschöne Mölltal in ihre Heimat. Dort angekommen traf ich zuerst den Rest der Crew, unter anderem Ina, Helma, Cindy und Harald und wir wanderten in einer großen Gruppe die ersten Kilometer der Berglaufstrecke bis zur Sattelalm, wo wir exzellent bekocht, bzw. begrillt wurden. Es fand ein erstmaliges Aufeinandertreffen mit einem Teil der „Outdoor against Cancer„-Staffel statt, eine Gruppe von Krebspatienten die durch ihre Krebsdiagnose einen neuen Zugang zum Sport gefunden haben. Da hat Powerfrau Petra Thaller wirklich ein großartiges, berührendes Projekt auf die Beine gestellt! Mehr über OaC findet ihr auf www.outdooragainstcancer.de.

 

 

Am Samstagmorgen hieß es für Ina und mich ausschlafen und das Frühstücksbuffet unserer Pension zu genießen. Während wir also im Warmen saßen, das hausgemachte Birchermüsli und den frischen Gugelhupf aßen und einen guten Kaffee tranken, fühlten wir mit den Teilnehmern der Bike Challenge mit, welche bei strömendem Regen und klirrender Kälte zur Franz-Josefs-Höhe hinauf- und auch wieder herunter mussten.

Gegen Mittag trafen wir Harald Wisthaler bei Kehre 3 der Großglockner Hochalpenstraße für ein paar Fotos in unseren neuen, kaum zu übersehenden Team-Outfits. Ob der winterlichen Temperaturen wurde aus der kurzen eine lange Hose und unter den dezenten pinken Shirts musste eine isolierende Schicht eingebaut werden. Außerdem bekamen wir noch die neuen Viking Medvind mit BOA-Verschlusssystem in knalligem Pink. Diese Farbe stellte sich sehr bald noch als sehr nützlich heraus.

Fesch sama: Die neuen Outfits sind kaum zu übersehen

Die Kälte konnte Ina und mir nichts an und wir sprangen hochmotiviert durch den Sand am Rande des Nassfeldspeichers.

 

 

Ein paar Schnappschüsse später hatte sich die Sache aber erledigt, denn ganz plötzlich war der Sand nicht mehr butterweich zum Drüberlaufen, sondern zog uns gnadenlos in die Tiefe. Bis zu den Oberschenkeln versanken wir im Treibsand, und ohne die Signalfarbe unseres Viking-Schuhwerks, wäre wohl dieses im ewigen Eis, äh Sand verschwunden.

 

 

Ein Sprung in den eiskalten Nassfeldspeicher wusch den gröbsten Dreck wieder weg.

Egal was am Renntag kommen mag, wir waren jetzt definitiv bereit!

Ready to rumble! © Harald Wisthaler

Der Samstagnachmittag und -abend verliefen gemütlich, auf der Expo trafen wir einige Freunde und Bekannte, schaufelten Nudeln auf der Pastaparty und wehrten uns erfolgreich gegen einen Absacker im weitum bekannten Laterndl (das holen wir aber nach, versprochen! 😉 ).

 

 

Wie in den meisten Nächten vor einem Wettkampf schlief ich schlecht, und war am Morgen aufgeregt wie ein kleines Kind. Ina hingehen schläft wie ein kleines Kind die ganze Nacht durch und ist in der Früh dann total cool. 😀 Ein Blick aus dem Fenster genügte und die Aufregung wuchs noch mehr, wir hatten Kaiserwetter uns sahen zum ersten Mal den Großglockner dieses Wochenende, der sich bis dato immer hinter den Wolken versteckte.

Aussicht vom Zimmer, not bad!

Ich habe noch gar nicht erwähnt, dass wir beide das Privileg genießen durften, im Startblock der Großglockner Heroes zu starten. Dieser Start wurde von 11:45 auf 9:28 vorverlegt, was mir persönlich sehr recht war. Länger schlafen konnte ich sowieso nicht, und somit war meine Angst, am Ende alleine da hochlaufen zu müssen, nichtig.

Zu meiner großen Freude traf meine mentale Unterstützung, meine Schwester Kristin, am Sonntagmorgen in Heiligenblut ein. Gemeinsam mit Fabian und Bettina, zwei waschechten Mölltalern, düste sie mit dem Auto in den Zielbereich hinauf und ich wusste, für wen ich am Ende noch Gas geben musste.

 

 

Der Start erfolgte pünktlich und ich musste mich anstrengen, nicht schon anfangs in das hohe Tempo, welches die Heroes vorgaben, einzusteigen. Ansonsten würden die 13 km und 1500 hm zur reinen Qual werden. Außerdem nahm ich mir vor, egal, wie es mir gehen würde, die Strecke und das sagenhafte Panorama zu genießen und Kraft daraus zu ziehen.

Die ersten flachen Kilometer luden zum Gasgeben ein © Harald Wisthaler

Die erste Labe befand sich nach der ersten steilen Passage bei der Sattelalm, in der wir freitags zu Abend gegessen haben, danach war die Strecke Neuland für mich. Über Wanderwege ging es teilweise ziemlich steil bergauf, hin und wieder auch wieder leicht bergab.

Einer der schönsten Momente, außer der Zieleinlauf, war für mich, als ganz plötzlich der Großglockner weiß leuchtend und allmächtig vor mir auftauchte. Nennt mich sentimental, aber ich bekam eine Gänsehaut vor lauter Entzücken. 😉

Über Stock und vor allem über viel Stein näherten wir uns dem Magaritzenstausee und dem Sandersee. Es wurde immer schwieriger die Aussicht zu genießen ohne zu stolpern. Nein, Spaß beiseite, ich musste mich hier schon wirklich plagen und hatte nur mehr das Ziel vor Augen.

Laufen mit Aussicht © Harald Wisthaler

Man hörte kurz nach dem Sandersee schon das Jubeln der Menge, die motivierende Ansage des Moderators, die pushende Musik, dann blickt man kurz hoch und sieht die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe – und 512 Stufen und 250 Höhenmeter, die noch dazwischen liegen.

Outdoor-against-cancer128

Dort oben wartet das Ziel © Harald Wisthaler

Diese 250 Höhenmeter taten mir noch einmal richtig weh, ich versuchte mich selber noch einmal so gut es ging zu pushen und das letzte Quäntchen Kraft zu mobilisieren.

Die letzten Meter auf der Zielgerade werden mir wohl auf ewig in Erinnerung bleiben, den diese waren gesäumt mit dem lautesten, euphorischsten und begeistertsten Publikum, das ich je erlebt habe. Ich fühlte mich wie bei der Tour de France. 😀

Einfach glücklich! Danke für die Decke Betti 🙂

Erleichtert und glücklich im Ziel, wurde mir sogleich eine wärmende Decke umgehängt und mein persönliches, mentales Supporter-Team erwartete mich freudestrahlend. 🙂 Was gibt es schöneres, als jemandem im Ziel zu wissen, der einen erwartet! Danke euch dafür! ❤

Kristin, Bettina und Fabian grinsen mit mir um die Wette

Die zwei Dörschlag Mötzn ❤

All zu lange hielten wir uns leider nicht im Zielbereich auf. Die Stimmung und der strahlende Sonnenschein waren umwerfend, aber die doch sehr frischen Temperaturen trieben uns wieder ins Tal.

 

 

Dort ging es frisch geduscht noch zur Siegerehrung, wo wir meine Teampartnerin Ina hochleben ließen. Sie wurde sagenhafte 3. bei den Damen und beste Österreicherin!! Ich freue mich wirklich sehr für sie, was für ein Powergirl! 😀

 

 

Mit meiner Zeit von 1:57:05 war ich anfangs ehrlich gesagt nur halb zufrieden. Ich hätte an diesem Tag nicht mehr geben können, fühlte mich schon im Vorhinein etwas ausgelaugt, und meine sinnlose Nervosität im Vorfeld eines Rennens kostet mich auch sehr viel Kraft. Das ist definitiv etwas, an dem ich noch arbeiten muss. Ob das wohl irgendwann zur Gewohnheit wird für mich…? 😉 Summa summarum war es ein tolles Rennerlebnis in einer unglaublichen Umgebung und dass ich bei so einem starken Starterfeld dann doch 16. Dame wurde, hat mich schon wieder ein bisschen gefreut. 😉

Ein ganz großes Dankeschön an Helma und die Crew von Viking Footwear. Ihr habt uns ein einmaliges Wochenende ermöglicht, rundum perfekt betreut und uns mit den flottesten Schuhen, die Skandinavien zu bieten hat, ausgestattet. 🙂 Ein gutes Gefühl, Teil der Viking-Crew zu sein!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s