Transalpine Run 2017: Epilog

Der Transalpine Run 2017 ist Geschichte, es wurden viele Kilometer und Höhenmeter zurückgelegt, viele Emotionen durchlebt, neue Freundschaften geschlossen und Erfahrungen gemacht.

Ich freute mich irrsinnig auf diese Woche, man hört einfach zu viel, und hat man einmal Feuer gefangen, so erlischt dieses so schnell nicht wieder.

Eine kurze Zusammenfassung der sieben Etappen:

Die erste Etappe des Transalpine Runs 2017 war bestimmt die härteste für mich/uns. Nach diesem Tag war ich mir echt nicht sicher, ob ich das sechs weitere Tage durchhalten würde. Aber ich sah, wie andere noch viel mehr litten, und trotzdem zuversichtig waren. Und auch die Ruhe meiner Teamkollegin Ina half mir über diesen schweren Start hinweg.
Am meisten zu schaffen machten mir meine schlaflosen Nächte im Vorhinein des Rennens. Ich bin ein unruhiger Geist und kann mich bei so viel Heckmeck rund um mich herum einfach nicht entspannen.

 

Die zweite Etappe war dann wie ein Neustart, die Nervosität war gemeinsam mit dem schlechten Wetter verschwunden, die Strecke lag uns eindeutig besser.

 

Der dritte Tag des TARs war eine „Hupf in Gatsch“-Partie vom Allerfeinsten, wir waren immer noch kräfteschonend unterwegs, kamen aber den Damen vor uns schon etwas näher.

 

Die vierte und Königsetappe war wohl die entscheidendste für uns. Zum ersten Mal liefen wir aufs Podium und das spornte uns natürlich für die nächsten Tage an. Denn unsere Reserven fühlten sich noch ziemlich voll an.

 

Und so gingen wir bei der fünften Etappe an den Start, mit neuen, möglichen Zielen vor Augen. Und siehe da, es klappte. Erneut konnten wir uns den dritten Platz in der Tageswertung sichern und rutschten somit in der Gesamtwertung auf Platz 4 vor.

 

Am Morgen der sechsten Etappe sah ich uns schon kurz vor dem Aus, mein Magen hat es sich über Nacht anders überlegt. Aber irgendwie schaffte ich es dann doch ganz gut über die Berge. Und ich muss Ina echt hoch anrechnen, dass sie kein einziges Mal entnervt war, als ihr ich meine Zweifel mitteilte, sondern immer ruhig war und mir gut zuredete! Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich in umgekehrter Situation in meiner Anspannung reagiert hätte.
Wir konnten unser Tempo hochhalten, liefen als zweites Damenteam ins Ziel und kamen dem dritten Platz in der Gesamtwertung immer näher. Ein Traum, den wir davor nicht zu träumen wagten.

 

Die finale, siebte Etappe hatte streckentechnisch noch einmal alles dabei, das Wetter war leider ziemlich grauslich und stellte noch einmal eine Probe dar. Aber wir rockten das Ding, gaben alles und standen am Ende des Tages wieder am Stockerl, dieses Mal auch in der Gesamtwertung.

Anfangs zweifelte ich noch zu sehr, all das überhaupt zu schaffen, so machte ich mir keinerlei Gedanken, wie es wohl sein würde, in Sulden ins Ziel zu laufen. Als es dann so weit war, stürzten alle Empfindungen der letzten Tage und Wochen über mich herein. Bäm, das ist mal was Neues, hab ich so noch nie erlebt. Das ist zwar eine abgedroschene Phrase, aber leider wahr: Man wird das nie verstehen, bis man es selbst erlebt hat.

Auf die Frage hin, ob ich das noch einmal machen würde, muss ich nicht lange überlegen. Auch wenn mir klar ist, dass dieses Erlebnis schwer zu toppen wird. Es ging einfach alles so gut, zu gut! Wir hatten nie ein richtiges Tief. Einen Punkt, an dem eine von uns beiden nicht mehr wollte oder konnte, haben wir nie erreicht. Im Gegenteil. Sogar bei der Party danach haben wir noch Ausdauer bewiesen… 😉

Der TAR ist nun ein paar Tage vergangen, der Alltag sollte schön langsam wieder einkehren. Aber ich tu mir da, ehrlich gesagt, schwer damit. Letzte Woche habe ich in einer Blase gelebt, wusste nur die Etappen, keine Wochentage, war umgeben von lauter Menschen, die genau das gleiche Ziel, die gleiche Richtung, wie ich vor Augen hatten. Diese Vielzahl an Erlebnissen, Eindrücken und Gefühlen geistern nun die ganze Zeit in meinem Kopf herum, ich könnte mir die Fotos im Minutentakt ansehen und wünsche mich ein bisschen zurück.

Ich bin einfach dankbar, dass ich das erleben durfte, dass unsere Teamwork so großartig funktioniert hat, dass ich gemeinsam mit Ina gesund und munter die Alpen überqueren konnte.

Hiermit möchte ich mich bei allen bedanken, die diese Woche mit uns mitgefiebert, uns jeden Tag geschrieben haben und sich auch noch jetzt mit uns freuen. Bei allen, die vor Ort waren (daaanke Cindy!!), persönlichen Shuttledienst gespielt und uns live angefeuert haben. Bei allen, die diese wunderschönen Momente eingefangen haben, allen voran Harald Wisthaler. Bei den Physios von Outdoor Physio, ihr seid eine spitzen Truppe! Und ein ganz großes Dankeschön geht an das Team von Viking Footwear, insbesondere an Helma. Ohne sie wäre das alles gar nicht erst zustande gekommen heuer.

Danke liebe Ina, für deine Rücksicht, deine Geduld, deine Freundschaft und dein Verständnis in jeder Hinsicht. Auch wenn du sicherlich manchmal gerne schneller gelaufen wärst, bist du stets an meiner Seite geblieben, und ich denke, wir haben uns da recht gut arrangiert. 🙂 Es hat echt Spaß gemacht mit dir. 😀

 

Und zu guter Letzt: Danke an meine Beine, großartig, was ihr da geleistet habt, ich bin stolz auf euch. 😛

Und auf Anfrage gibt es noch ein Nachher-Bild von meinen Füßen. So sehen Füße aus, die sieben Tagen lang in den feinsten, pinkesten, skandinavischen Trailschuhen herumlaufen durften. Keine Blasen, keine Druckstellen, keine blauen Zehen. Und auch meine Schuhe sind zwar dreckig, haben es aber gut überstanden. Ganz so, wie es sein sollte.
Und zum Vergleich ein paar andere Fuß-Impressionen des TARs…

Wie Füße aussehen sollten (mehr oder weniger 😉 ):

 

 

Wie Füße nicht aussehen sollten:

 

 

 

Herzliche Gratulation an alle Finisher!! Da haben wir alle einen Brocken geschafft, egal in welcher Zeit! Es ist herrlich, ein Teil dieser temporären Familie sein zu dürfen, der Spirit ist echt ansteckend!

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Bilder: Harald Wisthaler, Sportograf

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