Saisonstart beim Stuibenrun im Ötztal

Mein eigentlicher Saisonstart war eigentlich für das erste Juniwochenende beim Schwarzach Trail geplant. Aber man sollte schließlich spontan bleiben, und außerdem habe ich ja schon bei einem Vertical Race teilgenommen, also verlegte ich den offiziellen Season Kick-off eine Woche nach vorne und startete beim Stuibenrun im Ötztal.

Nach vielen Jahren des Pendelns an den Wochenenden, habe ich ganz vergessen, wie viel Zeit der Ruhe einem an einem einzigen Wochenende bleibt, wenn man nicht mehrere hunderte Kilometer zuerst in die eine- und dann wieder in die andere Richtung zurücklegen muss. Aus diesem Grund entschied ich mich heuer schweren Herzens, den Women’s Trail in Zell am See gemeinsam mit meinen Viking-Girls nicht zu laufen, sondern das Wochenende vor meinem ersten (Ultra)Trailrennen der Saison in meiner neuen Heimat zu verbringen. Doch erstens kommt es anders, zweitens als man denkt!

Da Philipp bei der langen Distanz des Stuibenruns im unweit gelegenen Ötztal angemeldet war und ich sowieso mitkommen würde, meldete ich mich auch gleich an, ein längerer, intensiver Trainingslauf kann nie schaden, und mit Startnummer ist man gleich motivierter.

Also ging es für uns beide sehr früh am Morgen des 26. Mais richtung Umhausen im Ötztal. Zu meiner Überraschung traf ich ein paar bekannte Gesichter vom Transalpine Run, da kommt gleich wieder die Vorfreude auf! 🙂

Der Start erfolgte nach einem Briefing um 7 Uhr, es war angenehm kühl und die Strecke vielversprechend. Aufgrund von noch zu großen Schneemaßen auf dem Hemerkogel, wurde die Strecke etwas umgeändert, und die Passage entlang des mächtigen Stuibenfalls musste zweimal gelaufen werden. Es erwartete uns trotz Streckenänderung eine herrliche Strecke von 33 km und 2200 hm, eine gute Distanz zum „Warmwerden“.

Nach einem Kilometer Asphalt bogen wir auf einen lieblichen Waldweg ein, der uns direkt hinauf zum Stuibenfall führte. Zu Beginn des Rennens fühlte ich mich weniger gut, behebig, kam nicht so richtig in meinen Rhythmus, aber spätestens bei den Stufen entlang des Wasserfalls fand ich meine Konstanz und konnte loslegen.Besonders spektakulär war die Hängebrücke und die ca. 700 Stufen, welche wir direkt neben dem tosenden Wasserfall hinaufstiegen.

Nach der ersten Labe bei Km 4 ging es dann über einen steilen Steig hinauf auf den Narrenkogel. Am Gipfelkreuz vorbei führte die Strecke über ein wunderbares Hochplateau, über Wiese und Schnee zum ersten Downhill. Dieser war anfangs etwas technischer gestaltet, und später einfach nur mehr steil. Ich weiß nicht genau warum, aber zum ersten Mal bekam ich eine Art Krampf in den Fußsohlen. WHAT?
Ich tippe auf Plantarfaszie… Das machte das Hinunterlaufen auf jeden Fall weniger angenehm und vorallem langsamer.

Zum Glück folgte bald ein breiter Forstweg, der uns mit leichter Steigung zur nächsten Labe brachte. Dort bekam ich mit, dass „da Brugger führt“ und freute mich sehr für ihn. 🙂

Das Wetter war wie gemacht zum Laufen, dank des frühen Startes blieben die Temperaturen absolut im erträglichen Bereich und nach der nächsten Labe in Niederthai ging es fein im Wald coupiert dahin. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits um die 2,5 Stunden unterwegs und es ging mir mit jedem Schritt besser.

Bei Km 21 durften wir noch einmal in den feinen Waldweg einbiegen, welcher hinauf zum Stuibenfall führt. Die Länge des Rennens und die Abkühlung des Wasserfalls gaben mir noch einmal richig Power und es gelang mir, mein Tempo konstant beizubehalten.

Die Bergab-Passagen verlangten meinen Beinen alles ab und ich war froh, dass hin und wieder hinter mir jemand Tempo machte. Ja, richtig gelesen, da fühle ich mich verfolgt und laufe daher schneller. 😉

Die letzten Kilometer waren wohl die anstrengensten, nicht nur körperlich, sondern vorallem mental. Es war ein Fahrtenspiel über einen nicht enden wollenden Waldweg, eine andere Dame, welche mich anfangs überholt hat und ich wieder zurück überholt habe, hing mir an den Fersen und ich ahnte schon, dass das in einen Zielsprint ausarten würde. Neben mir feuerten der Sohn und Ehemann die Dame hinter mir an, mein Puls war auf vermeintlichem Anschlag und ich bekam Gänsehaut, wollte nur, dass es vorbei ist.

Auf den letzten 100 Metern vor dem Ziel mobilisierte ich noch einmal alle körperlichen und geistigen Reserven (höchster bisher bei mir gemessener Puls!) und konnte mich tatsächlich als gesamt 4. Frau ins Ziel retten, mit einer (für mich) Traumzeit von 4 h 55 min. 🙂

Wie erwartet, empfing mich Philipp im Ziel, doch dem ist es leider weniger gut ergangen: Schon nach dem ersten Downhill hatte er in Führung liegend mit Magenkrämpfen zu kämpfen und konnte musste deshalb leider beim spannenden Duell mit Sebastian Hallmann, welcher mit einer hervorragenden Zeit siegte, passen.

Gestärkt mit einer After-Race-Bosna verbrachten wir den heißen Nachmittag am örtlichen Badensee, um für die Abendveranstaltung wieder fit zu sein.

Gemeinsam mit Sandra Mastropietro und Sebastian Hallmann warteten wir auf die Siegerehrung und hatten eine feine Zeit. 🙂

Ich durfte zu meiner großen Freude den 1. Pokal in der Klasse U30 mit nach Hause nehmen, Philipp war trotz seiner Beschwerden zweiter in der U30 und 7. gesamt.

Für mich war das ein hervorragender Start in die Trail-Saison 2018 und ich bin nun noch motivierter für die kommenden Rennen. 🙂

Vielen lieben Dank an das Team des Stuibenruns für den super Lauf, das tolle Rahmenprogramm und das schöne Wochenende!

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