Sommerpause

Man könnte meinen, auf meinem Blog sei eine Sommerpause eingelegt worden. Das stimmt zwar in gewisser Weise, jedoch war diese nicht beabsichtigt.

Was ist in den letzten Wochen passiert?

Viel. Ende Juni dufte ich noch einmal in meine Studienstadt Graz reisen, um mit meinen ehemaligen Studienkollegen unsere Sponsion zu feiern.

IMG_6290Genau an diesem Wochenende schlug das Schicksal zu und ich verletzte mich zuerst vermeintlich harmlos am Zeh. Diese harmlose Wunde entzündete sich leider, und aus harmlos wurde bald eine Beinahe-Blutvergiftung, die eine Woche Antibiotika zur Folge hatte.

Zuerst wollte ich es nicht recht wahrhaben, aber ein Versuch in die Laufschuhe zu schlüpfen und eine Runde zu drehen endete nach 50 Metern mit höllischen Schmerzen und war der Anfang einer längeren Trainingspause. Bis auf weiteres ging einmal gar nichts. Da merkt man erst, unter welcher Belastung die Füße, und vorallem die Zehen jeden Tag stehen, selbst, wenn man nur in die Arbeit fährt. Geschlossene Schuhe, Fehlanzeige. Flipflops waren (sind) meine neuen besten Freunde. Das hieß für mich im Klartext: Kein Laufen, kein Biken, kein Schwimmen, kein Garnichts. Ein bisschen Stabi-Training war möglich, aber nur, wenn man sich dabei nicht auf die Füße stützt. Für jeden, der sich gerne bewegt, eine absolute Katastrophe. ABER, selten ist ein Schaden ohne Nutzen, und so nutzte ich die gefühlte unendlich Zeit, die mir nun zur Verfügung stand, um die neue Wohnung endlich auf Vordermann zu bringen, es gehörten Bilder an die Wand, Vorhangstangen und Lampen montiert, ein Balkon möbliert und bepflanzt etc. UND, ich nahm mir wieder mal Zeit für mich. Das blieb in den letzten Wochen sehr auf der Strecke und auch wenn ich es bis zu diesem Zeitpunkt verdrängen wollte, so bekam ich nun Gewissheit, dass ich wieder mehr auf mich schauen und mir den Frieden geben muss, den ich brauche.

Mein Training nahm ich nur langsam wieder auf, der Zeh nahm sich ganz gemütlich Zeit, um in Ruhe zu verheilen. Die ersten Läufe fühlten sich nicht nur brutal langsam an, sie waren es auch. Zu diesem Zeitpunkt habe ich aber schon akzeptiert, dass es nun einfach nicht gehen soll und zog meinen positiven Nutzen daraus.

Mitte Juli bekam ich Besuch von meinen „Koreanern“. Die Truppe besteht eigentlich aus Europäern, die ich aber in Korea kennengelernt habe. Damals haben wir ein halbes Jahr alles gemeinsam gemacht, und so versuchen wir es beizubehalten, uns wenigstens einmal im Jahr zu treffen.
Es war mir eine Freude, ihnen meine neue Heimat zu zeigen. Ich fuhr zum ersten Mal mit der Gondel auf die Nordkette, machte einen auf Altstadt-Touri-Guide und sah mir mit ihnen die Schanze am Bergisel an.

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Wir hatten ein super Wochenende und ich genoss die Gesellschaft von lieben Freunden. Und genau das ist es, was am Ende des Tages zählt.

Es sind die Begegnungen mit Menschen,
die das Leben lebenswert machen.
Guy de Maupassant

Vielen Dank für euren Besuch, ich freue mich sehr auf die nächste Korea Reunion. ❤
Danke! Kiitos! Merci!

Die folgende Woche, als sich mein Zeh immer wohlgesonnener zeigte, wurde ich dann -Überraschung- krank. Ich war ehrlich gesagt gar nicht mehr niedergeschlagen darüber, ich hatte das Gefühl, mein Körper wüsste schon, was ich jetzt brauche. So verbrachte ich mein Geburtstagswochenende im Kreise meiner Familie, ganz gemütlich, ohne große Party. Und siehe da, es ging wieder bergauf.

Die Verkühlung wich, mein Zeh gab mir ein OK und ich nahm mein Training endlich wieder ernsthaft auf. Ganz ohne Stress. Ich habe zwar im Juli ein, zwei Rennen versäumt, aber nun hätte ich noch genug Zeit um für mein großes Projekt 2018, den Transalpine Run, wieder in Form zu kommen.

An den letzten zwei Wochenenden war ich endlich wieder uneingeschränkt in den Bergen unterwegs, lernte neue Gegenden Tirols kennen und lieben (mein Gott, wie gerne ich hier wohne) und kann mich nun neben meinem Job wieder meinem Lieblingshobby mit alter Freude und Kraft widmen.

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Diese Woche wurden meine TAR-Partnerin Ina und ich zu einem Fotoshooting, in Vorbereitung auf den Transalpine Run, gebeten. Seid gespannt auf die Aufnahmen, niemand geringerer als Harald Wisthaler stand hinter der Linse und schickte uns die Trails auf und ab. 😉

Auch wenn das Training nicht wie geplant verlaufen ist, so bin ich nun mental wieder bereit für neue Herausforderungen. Ich denke, es hat alles einen Sinn, man muss ihn nur finden. 🙂 Und wenn ich so an das letzte Jahr denke, war es damals ähnlich, es prasselte so viel Neues auf mich ein, dass ich irgendwann nachgab. Irgendwann werde ich es wohl lernen, besser und immer auf mich zu schauen. 🙂

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