TAR 2018 4/7 Mandarfen – Sölden

Hard Facts: 30,1 km, 2.296 Hm im Aufstieg, 2.622 Hm im Abstieg, Start um 9:00

Das Aufstehen nach der Monster-Etappe gestern fiel weniger schwer, als erwartet. Wir konnten immerhin bis 6 Uhr schlafen, gemütlich frühstücken und danach zusammenpacken. Auch wenn ich mich gestern gefragt habe, wie meine Beine das heute schaffen sollen, so genügte ein Blick aus dem Fenster und ich wusste, dass ich das will und kann. Es liegt jedoch nicht nur an mir und so versuchte ich mein Bestes, bereits vor dem Start meine Teampartnerin Ina ebenso zu motivieren.

Als wir zum Start kamen, war es ziemlich kalt, aber wolkenlos und die Sonne schien bereits auf die Berggipfel. Herz, was willst du mehr! Unser Start erfolgte wieder aus Startblock A pünktlich um 9 Uhr. Nach nicht einmal einem Kilometer zweigten wir schon auf einen Steig zum Rifflsee hinauf ab. Jeder merkte bestimmt die Anstrengungen der letzten Tage und das Tempo war nicht mehr so hoch, wie zu Beginn des Transalps.
Wir durften den Rifflsee einmal umrunden und dabei eine wunderbare Aussicht genießen und uns freuen, was uns noch bevorstand. Danach gings hinein in den ersten Downhill des Tages hinunter zur Taschachalpe. Der weitere Forstweg führte uns zur ersten Verpflegungsstation, wo wir kräftig nachluden. Den jetzt folgte der Anstieg zum höchsten Punkt des Rennens, dem Pitztaler Jöchl. Während dem Aufstieg hatten wir die lustigen, immer gut gelaunten Damen, die bei den letzten beiden Etappen auf Platz 3 in der Kategorie Women gelaufen sind, immer im Blickfeld, und stiegen zügig hinauf.

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Konzentriert, aber happy! 🙂 Bild: Wisthaler

Als wir die Braunschweiger Hütte erreichten, sahen wir schon in den Gletscher hinein, WOW! So eine Ausssicht motiviert mich so ungemein, auch wenn es anstrengend ist, und vielleicht irgendetwas weh tut, DAS, genau das ist der Grund, warum ich das mache! Ich liebe es einfach!

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Was für eine Gegend! Bild: Wisthaler

Der Anstieg zum Pitztaler Jöchl (2992 m) hinauf war genau nach meinem Geschmack, teilweise verblockt, endlich alpines Gelände! Auf dem Anstieg konnten wir schon die Streckencrew hören, die laut schrie, anfeuerte, und mit ihren Cheerleader Puschel die Läufer zu Höchstleistungen antrieb! Hammer, einfach geil! Die Höhe spürten Ina und ich gar nicht und als wir endlich oben ankamen, tat sich ein noch schönerer Anblick auf.

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Keine Gnade für die Wade 😉 Bild: Wisthaler

Darauf folgte der „einzige“ Gletscherkontakt während des TARs, im Endeffekt ist es nur ein kurzes Schneefeld, wo wir hinunter laufen mussten. Zur Hilfe war ein Seil gespannt. Das beachtete ich aber gar nicht und lief freudestrahlend das Schneefeld runter, soo lässig! Als ich mich umdrehte, sah ich, dass Ina Panik hatte und nicht recht wusste, wie sie runter kommen soll. Sie schaffte es aber, und als Belohnung umarmte ich sie fest und versicherte ihr, dass alles gut ist! Aber irgendwas drückte sie heute, der Flow beim Downhill wollte einfach nicht kommen und bergab tat ihr einfach weh. Nach der zweiten Labe ging es wieder knapp 300 Höhenmeter bergauf zum Schwarzsee, worüber sie froh war, ich etwas weniger. Aber was solls, in der Landschaft laufe ich gerne etwas länger. 🙂 Zur Rotkogelhütte liefen wir über einen feinen Wanderweg, nicht zu steil, alles gut. Von da weg mussten wir über einen steinigen Forstweg, der Ina ihren letzten Nerv kostete. Wir sind ein Team, also sah ich es als meine Aufgabe, sie so gut wie möglich durch dieses Down durchzubringen. Gut zureden, singen, Blödsinn machen. Ina, ich hoffe, ich hab mich nicht zum Affen gemacht. 😉

Auch wenn es etwas zäh war bergab, tauchten vor uns das starke Damenteam der Master Women Klasse auf, die wir bisher nie überholen konnten. Eine von ihnen hatte auch sichtlich Probleme beim Downhill.

Und als der Forstweg ca. 4-5 km vorm Ziel in einen Waldweg einbog, vergaß Ina ihre Blockade und startete durch. Ich wusste kurz mal nicht, was jetzt los war, sie lief auf einmal wieder wie aufgezogen und ich schoss ihr natürlich hinterher! Sie zog das bis ins Ziel durch und so kam es, dass wir allen erstens als zweites Damenteam overall, hinter den schwedischen Kanonen Lina und Sanna, ins Ziel kamen! Ich war echt sprachlos und weiß nicht, welcher kleine Downhill-Teufel Ina da geritten hat. 😉

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Finish Line Emotions

Diese Etappe war für mich mental definitiv härter, als körperlich, weil ich bergab immer stark sein musste für zwei. Auch wenn ich jetzt ausgelaugt bin, so ist es einfach schön, wenn man sieht, wie man als Team funktionieren kann und was alles möglich ist, wenn man nicht alleine ist. 🙂 Ina, ich bin stolz auf dich! Jetzt rocken wir noch die letzten drei Etappen!

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TEAM SPIRIT!

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